Vertretungskonzept

Vorbemerkung
Ziel unserer Schule ist es, so wenig Unterricht wie möglich ausfallen zu lassen. Das macht Vertretungsunterricht unvermeidlich. Dieser wird im Vertretungsplan geregelt und wird mit dem Ziel erstellt, die Qualität des Unterrichts weitgehend zu erhalten und möglichst wenig Unterricht ausfallen zu lassen.

Aus verschiedenen Gründen fällt Unterricht aus

  • Plötzliche und kurzfristige Erkrankungen
  • Längerfristige Krankheit
  • Fortbildungsveranstaltungen; besondere oder andere dienstliche Verpflichtungen
  • Schulische bzw. unterrichtsbedingte Abwesenheit (z.B. Klassenausflug, Klassenfahrt)
  • Sportfeste / Projekttage
  • Die Begleitung von Betriebspraktika, Betriebsbesichtigungen, Besuche im Berufsinformationszentrum (BIZ)
  • Prüfungen und Unterrichtsbesuche
  • Beurlaubung oder Unterrichtsbefreiung aus persönlichen Gründen

Eine wichtige Voraussetzung, um im Vertretungsfall eine störungsfreie Arbeit in der Schule sicher zu stellen und Unterrichtsausfall zu begrenzen, ist die verantwortungsvolle Kooperation aller Kolleginnen und Kollegen sowie eine verlässliche Information von Elternvertreterinnen und Elternvertretern, der von einem „Studientag“ betroffenen Klassen.

Anforderungen an Vertretungsunterricht
Vertretungsunterricht soll…

  • dem geplanten Regelunterricht möglichst entsprechen.
  • den Unterricht in dem jeweiligen Fach fortführen.
  • in Ausnahmefällen einer Lehrkraft ermöglichen, eine Unterrichtsstunde in ihrem Fach zu gestalten.
  • ermöglichen, in dem jeweiligen Fach zusätzliche Übungen und Wiederholungen durchzuführen. Dazu kann auch die sinnvolle Recherche im Internet gehören, die sich auf ein gerade behandeltes Thema bezieht und zu konkreten Ergebnissen führt.
  • in sinnvoller Weise andere schulische Aufgabenfelder zum Inhalt haben. die Unterrichtszeit für andere pädagogisch sinnvolle Aktionen nutzen, für die sonst zu wenig Zeit ist (z.B. als Lernzeiten oder für Klassengespräche).

Organisation des Vertretungsunterrichts

Vorbemerkungen
In einer normalen Regelschule gibt es kaum Personalreserve für Vertretungsfälle. Fast jede Stunde Vertretung bedeutet Mehrarbeit für die betroffenen Lehrkräfte. Jede Mehrarbeit dieser Art aber verschlechtert damit die Lehrerversorgung der Schule entweder sofort oder in Zukunft.

Diese Vorüberlegungen führen dazu, nicht alle ausfallenden Stunden auch wirklich zu vertreten. Maßstäbe dafür sind:

  • Ein wirtschaftlicher Umgang mit den vorhandenen Lehrerstunden.
  • Die Verpflichtung, Schülerinnen und Schüler nicht unbeaufsichtigt zu lassen, wenn sie in der Schule sind.
  • Die gleichmäßige Versorgung aller Klassen mit Unterricht und daher die „gerechte“ Verteilung längerfristiger Ausfälle.

Organisatorische Vorbereitungen der Schule auf absehbaren Unterrichtsausfall:

  • In den Lehrereinsatzplänen können Lehrkräfte – unter der Voraussetzung, dass die Unterrichtsversorgung der Schule dies deutlich zulässt – unterhalb ihrer Regelarbeitszeit eingesetzt werden. – Dies führt zu Minusstunden, die durch Vertretungsunterricht ausgeglichen werden können. (Dies betrifft häufig die 0,5 Stunden der zu erteilenden 25,5 Stunden bei Vollzeitlehrkräften.)
  • Jede Lehrkraft, die selbst weiß, dass sie zu einem bestimmten Termin nicht unterrichten kann, stellt den Vertretungslehrkräften themenbezogenes Unterrichtsmaterial zur Verfügung, oder spricht sich mit dem Vertretungslehrer ab. Die Information, wer für den Vertretungsunterricht vorgesehen ist, muss möglichst früh ausgehängt werden.
  • Für einen plötzlich erforderlichen Vertretungseinsatz in der ersten Stunde wird festgelegt, welche Lehrkräfte in einem solchen Fall morgens vor dem Unterricht Anrufe der Schule entgegennehmen und vorzeitig in die Schule kommen müssen.
  • Bei plötzlicher Dienstunfähigkeit muss dies telefonisch bis spätestens 07.20 Uhr in der Schule gemeldet werden oder am Vorabend bei der Schulleitung privat gemeldet sein. Dies gilt auch dann, wenn die erkrankte Lehrkraft nicht gleich in der ersten Stunde Unterricht hätte.
  • Bei absehbar längerfristigen Erkrankungen informiert die betroffene Lehrkraft von sich aus sofort die Schulleitung. Weiterhin setzt sie sich bei ihrer Ärztin/ihrem Arzt dafür ein, dass diese/dieser möglichst umgehend die voraussichtliche gesamte Dauer der Arbeitsunfähigkeit schriftlich bestätigt. Bei Vorliegen dieser Information bemüht sich die Schulleitung um einen möglichen Ersatz.
  • Damit fachfremdes Lehrpersonal sinnvoll spontan Vertretungsunterricht gestalten kann, steht Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Das vorhandene Unterrichtsmaterial wird regelmäßig durch die Fachkonferenzen auf Angemessenheit und Aktualität überprüft.

In der täglichen Praxis gehen wir nach folgendem Prinzip vor

Kurzfristiger Ausfall einer Lehrkraft
Wenn absehbar ist, dass eine Lehrkraft am folgenden Tag nicht da sein wird, versuchen wir den Unterricht dieser Lehrkraft durch Vertretungsunterricht abzudecken.

Dabei suchen wir zunächst nach Lehrkräften, die in der entsprechenden Klasse unterrichten, die also ihren normalen Unterricht in dieser Zeit weiterführen können. Die zweitbeste Lösung wird ein Fachlehrer sein, der sich rasch einen Überblick über den Lernstand der Klasse verschaffen und sinnvoll dort ansetzen kann. Erst wenn Beides nicht geht, muss eine andere freie Lehrkraft in dieser Klasse Unterricht nach unseren Grundsätzen erteilen.

Sollten durch eine Häufung von außergewöhnlichen Ereignissen und Krankheiten überhaupt zu wenig freie Lehrer verfügbar sein, kann es geschehen, dass eine Klasse einen unterrichtsfreien „Studientag“ erhält. Dieser Fall sollte die Ausnahme bleiben und möglichst in einer Klasse nicht mehrmals pro Halbjahr vorkommen. Dieser „häusliche Arbeitstag“ wird von der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer und den Kollegen, die in der Klasse unterrichten, mit sinnvollen Hausaufgaben ausgefüllt, hier ist die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer in besonderer Verantwortung.

Anmerkung: Ein unterrichtsfreier Tag mit sinnvollen Hausaufgaben ist für die Kinder effektiver als vier oder fünf Stunden Vertretungsunterricht bei fachfremden Lehrern.

Langfristiger Ausfall einer Lehrkraft
Bei längerfristigem Ausfall einer Lehrkraft, wird eine separate Vertretungsregelung mit eventueller Stundenplanänderung entwickelt. Die Schulleitung wählt die jeweils geeigneten Vertretungslehrkräfte aus und setzt sie im Vertretungsplan ein.

Beratungskonzept (Stand Juni 2017)

Beratung in vielfältiger Weise ist Bestandteil des Schullebens und ein integriertes, ergänzendes Angebot in der Unterstützung der Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler. Sie ist eine tragende Säule bei der partnerschaftlichen Verwirklichung der Bildungs- und Erziehungsziele.

Im Rahmen der Beratung wird wertschätzend auf die Person eingegangen. Gesprächsinhalte unterliegen grundsätzlich der Vertraulichkeit, es sei denn Beratene/r und Berater/in vereinbaren den Einbezug von weiteren Partnern. Es wird versucht, hinsichtlich einer Hilfestellung zur Selbsthilfe zu beraten. Ist die Beratung aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend, so können externe Stellen einbezogen werden.

Beratung steht Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung. Sie findet in unterschiedlichen Zusammenhängen mit jeweils spezifischer Schwerpunktsetzung statt:

  1. Beratung durch Klassenlehrer/innen
  2. Beratung durch Schulsozialarbeiter/innen
  3. Beratung durch Beratungslehrer/innen
  4. Beratung durch Fachlehrer/innen
  5. Beratung durch Schulleitung
  6. Beratung durch externe Partner

Die im Beratungsprozess Tätigen arbeiten in Kenntnis und Beachtung der besonderen Fähigkeiten der anderen im Netzwerk.

Zu 1: Beratung durch Klassenlehrer/innen
Mögliche Beratungsanlässe:

  • Fragen zur Schullaufbahn
  • Fragen von Lernstrategien
  • Persönliche Probleme
  • Konflikte mit Mitschüler/innen
  • Konflikte innerhalb der Familie
  • Konflikte mit Lehrer/innen

Die Klassenlehrer/innen sind in der Regel die ersten Ansprechpartner/innen für Schüler/innen, Eltern und für die Fachlehrer/innen. Sie sind durch den regelmäßigen Kontakt zu den Schüler/innen über aktuelle Entwicklungen informiert und können entsprechend zeitnah beraten. Beratung durch die Klassenlehrer/innen findet im alltäglichen Schulleben statt, darüber hinaus an Elternsprechtagen, bei Elternabenden, bei Telefonaten oder in persönlichen Beratungsgesprächen. Die Klassenlehrer/innen ziehen bei Bedarf weitere Fachlehrer/innen, Schulsozialarbeiter/in, Beratungslehrer/in oder die Schulleitung hinzu.

Zu 2. Beratung durch Schulsozialarbeiter/innen
Mögliche Beratungsanlässe:

  • Persönliche Probleme
  • Konflikte mit Mitschüler/innen
  • Konflikte innerhalb der Familie
  • Konflikte mit Lehrer/innen Unterrichtsstörungen
  • Beratung in Erziehungsfragen für Eltern
  • Fragen zur Berufsorientierung

Bei akutem Unterstützungsbedarf hat jeder Schüler/ jede Schülerin die Möglichkeit, sich unverzüglich Unterstützung durch die Schulsozialarbeiter/innen zu suchen. Dies kann auch Priorität vor der Teilnahme am Unterricht haben. Beratung soll ganzheitlich stattfinden, d.h. die unterschiedlichen Ebenen und Bereiche des schulischen und außerschulischen Lebens werden auf ihre Unterstützungsmöglichkeiten untersucht und ggf. hinzugezogen. Fragen, Probleme und Ängste, die an der Schnittstelle Schule, Familie und Freizeit entstehen, können so im Rahmen der sozialpädagogischen Beratung bearbeitet werden. Die Schulsozialarbeit kooperiert mit außerschulischen Jugendhilfeinstitutionen wie z.B. den Kreisjugendämtern, Trägern der Jugendhilfe, den örtlichen Einrichtungen der offenen Jugendarbeit sowie weiteren Beratungsstellen (s.u., 6.: „Externe Beratung“). Sie hat einen Überblick über Einrichtungen des Sozialraums und kann somit bei der Vermittlung an externe Stellen unterstützen, wenn Fälle aus unterschiedlichen Gründen außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der Schule liegen. Beratung durch die Schulsozialarbeit kann als Einzel- Gruppen- oder Teamberatung stattfinden. Es kann auch ein längerer Zeitraum für einen Beratungsprozess vereinbart werden, jedoch wird auf die Abgrenzung zum therapeutischen Handeln geachtet.

Zu 3: Beratung durch Beratungslehrer/innen
Mögliche Beratungsanlässe:

  • Fragen zur Schullaufbahn
  • Persönliche Probleme
  • Konflikte mit Mitschüler/innen
  • Konflikte innerhalb der Familie
  • Konflikte mit Lehrer/innen
  • Unterrichtsstörungen
  • Fragen zur Berufsorientierung
  • kollegiale Fallberatung

Zu den weiteren Aufgaben gehören:

  • Mitarbeit im Krisenteam
  • Mitwirkung in der Teilkonferenz

Die Beratungslehrer/innen ergänzen und intensivieren die Beratungstätigkeit der Lehrerinnen. Sie stehen dann zur Verfügung, wenn Schülerinnen und Schüler oder Eltern in den oben genannten Bereichen mit ihren Klassenlehrer/innen nicht zu einer befriedigenden Übereinkunft finden können.

Gefordert sind die Beratungslehrer/innen, wenn Eltern und Schüler/innen über präventive und fördernde Maßnahmen zur Lösung von Lern- und Verhaltensproblemen und zur Förderung besonderer Begabung beraten werden sollen. Die Tätigkeit der Beratungslehrer/innen erstreckt sich auf Aufgaben, die mit schulischen Mitteln innerhalb einer absehbaren Zeit lösbar erscheinen. Beratungslehrer/innen begleiten Schüler/innen nach einem Laufbahnwechsel oder der Wiederholung der Jahrgangsstufe. Therapeutische Maßnahmen werden von den Beratungslehrer/innen nicht durchgeführt.

Als Adressaten der Beratungslehrer/innen kommen auch Lehrende des eigenen Kollegiums in Frage. So sind die Beratungslehrer/innen Ansprechpartner/innen für das Verfahren zur Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfes (AO-SF) und sollen bei diesen Verfahren einbezogen werden. Bei der Beantragung und Auswertung von Gutachten sowie in Fragen der Schullaufbahnberatung unterstützen sie ihre Kolleginnen und Kollegen, auch im Hinblick auf die besondere Durchlässigkeit der Verbundschule. Die Beratungslehrer/innen bieten die Möglichkeit zur regelmäßigen Teilnahme an einer kollegialen Fallberatung an.

Nach Möglichkeit wird die Beratungslehrertätigkeit auf zwei Lehrer/innen verteilt.

Zu 4.: Beratung durch Fachlehrer/innen
Mögliche Beratungsanlässe:

  • Fragen von Lernstrategien
  • Fragen zur Schullaufbahn
  • Unterrichtsstörungen
  • Konflikte mit Mitschüler/innen

Die Beratungsanlässe stehen i. d. Regel im Zusammenhang mit der Lernsituation im jeweiligen Fach. Fachlehrer/innen arbeiten im Rahmen der kollegialen Fallberatung mit den anderen Lehrkräften und den Schulsozialarbeiter/innen zusammen.

Zu 5.: Beratung durch die Schulleitung
Mögliche Beratungsanlässe:

  • Fragen zur Schullaufbahn
  • AO-SF- Verfahren
  • Schulpflichtverletzungen
  • Konflikte mit Eltern
  • Konflikte mit Lehrer/innen

Die Schulleitung ist federführend im Prozess um schulrechtliche Ordnungsmaßnahmen, mit denen die Schule auf Konflikte reagieren muss, in deren Mittelpunkt Gewalt oder Bedrohung, diskriminierendes Verhalten gegen Mitschüler, Schulpflichtverletzungen oder wiederholte Verstöße gegen die Schulordnung stehen. Sie werden in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrer/innen und den Schulsozialarbeiter/innen erörtert. Gegebenenfalls beruft die Schulleitung Teilkonferenzen ein.

Die Schulleitung berät Lehrerinnen und Lehrer im Bereich der Unterrichtsentwicklung, Grundlage hierfür sind Unterrichtshospitationen.

Zu 6.: Externe Beratung
6.1: Schulpsychologische Beratungsstelle des Kreises Höxter in Brakel
Mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Höxter findet eine enge Zusammenarbeit statt. Sie steht Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrer/innen für Individualberatung zur Verfügung, insbesondre im Bereich der Diagnostik und Beratung bei

  • Lern- und Leistungsproblemen
  • Emotionalen Belastungen
  • Konflikten im sozialen Miteinander

Darüber hinaus berät die zuständige Schulpsychologin die Schulsozialarbeiter/innen und Beratungslehrer/innen durch Fortbildungen und in regelmäßig stattfindenden Fallberatungen. Ebenfalls wird die Sekundarschule bei Fortbildungen, Elternveranstaltungen oder pädagogischen Konferenzen unterstützt.

Kontakt
Regionale Schulberatungsstelle für den Kreis Höxter
Westmauer 3
33034 Brakel
Telefon: (05272) 3 93 36 80

Zu 6.2: Beratung durch die Bundesagentur für Arbeit
Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit kommt regelmäßig in die Sekundarschule und berät die Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Schule in die Ausbildung und in den Beruf. Sie zeigt Wege auf, wie dieser Übergang erfolgreich gestaltet werden kann und ist prozessbegleitend bei der Berufsorientierung sowie den Bewerbungsverfahren einbezogen. Dabei wird der Studien- und Berufswahlkoordinator der Schule mit einbezogen.

Zu 6.3.: Beratungsstelle des Kreises Höxter (Kreisjugendamt)
Bei weiterführendem Beratungsbedarf insbesondere von Schülerinnen in den Bereichen

  • Allgemeine Lebensberatung
  • Selbstbehauptung
  • Gewalterfahrungen (hier steht die Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen und Mädchen bei der Kreispolizeibehörde in Höxter zur Verfügung. Die Beratung findet anonym und kostenlos statt)

Kontakt
Kreisjugendamt für den Kreis Höxter
Moltkestr. 12
37671 Höxter
Telefon: (05271) 965-0

Zu 6.4.: Weitere spezialisierte Einrichtungen und Praxen in der Umgebung
Die im Beratungskontext der Sekundarschule Beverungen tätigen Personen können über die o.g. Institutionen und Einrichtungen hinaus zu einer Vielzahl weiterer Stellen in der Umgebung vermitteln, gegebenenfalls auch Erstkontakte herstellen.